Holzfaserdämmplatte als Innendämmung an die Wand kleben
- Schwierigkeit
- Mittel
- Verarbeitungsdauer
- ca. 10 bis 25 Minuten pro Quadratmeter
Deine Checkliste
Wichtige Hinweise
Untergrund prüfen und vorbereiten
Für das Verkleben von Holzfaserdämmplatten brauchst du einen ebenen, tragfähigen Untergrund. Mit dem Klebemörtel kannst du Unebenheiten bis max. 5 mm ausgleichen. Größere Unebenheiten musst du vorher ausgleichen, damit eine stabile Innendämmung gewährleistet werden kann.
Fensterlaibung und Sturz richtig dämmen und vorbereiten
Fensterlaibungen, Sturz und Bereich unter der Fensterbank dämmst du mit 2 bis 3 cm starken Laibungsplatten.
Zusätzlich mit einzuplanen sind: Kleberschicht: ca. 5 bis10 mm, Armierungs- und Deckspachtel: mind. 5 mm
Wichtig:
- Entferne die alte Innenfensterbank, um Platz für die Dämmung zu schaffen.
- Reicht der Platz des freigelegten Fensterrahmens nicht aus, entferne Altputz oder etwas Mauerwerk in der Laibung.
- Prüfe und erneuere bei Bedarf die Fensterabdichtung vor der Dämmung fachgerecht.
Altputz prüfen
Muss entfernt werden: Alter Gipsputz, Kalk-Gipsputz, Lehmputz.
Geeignet (wenn tragfähig und sauber): Kalkputzputz, Kalkzementputz, Zementputz.
Geeigneter Altputz vorbereiten:
- Klopfe die Fläche ab und entferne hohle Stellen.
- Fülle abgeschlagene Stellen bündig mit Baumit Kalkin Kalkputz weiß.
- Kehre sandende oder kreidende Oberflächen gründlich ab und grundiere sie mit Baumit Tiefengrund oder Mineralgrund.
Holzfaserdämmplatten nicht direkt auf Mauerwerk kleben
Die Dämmplatten sollten nicht direkt auf Mauerwerk geklebt werden. Trage zuerst mindestens 10 mm Kalkputz auf das Mauerwerk auf. Das sorgt für eine ebene, langlebige und sichere Basis.
Trocknungszeit beachten
Neue Putze müssen vollständig trocken sein, bevor du dämmst. Faustregel: 1 Tag Trocknungszeit pro mm Putzdicke.
Jede Baustelle ist anders. Beachte immer die technischen Vorgaben des Herstellers der Dämmplatten und die Produktdatenblätter der Baumit Bauprodukte.
Verarbeitungsanleitung
Bevor du die Holzfaserdämmplatten klebst, miss die Wandhöhe an mehreren Stellen aus. So weißt du genau, wie du die Platten aufteilen musst – und sparst dir unnötige Nacharbeit.
Rund um Fenster schneidest du die Holzfaserdämmplatten L-förmig zu. Wichtig: Der kürzere Schenkel des L muss mindestens 10 cm hoch sein. Je nach Wandhöhe musst du deshalb die erste Plattenreihe kürzen, damit das Maß am Fenster stimmt.
Heimwerker-Tipp: Gerade in älteren Gebäuden sind Wände selten gleichmäßig hoch – also lieber zweimal messen!
Bevor du das Baumit Fugendichtband (Kompriband) anklebst, markiere dir die richtige Position an Boden, angrenzenden Wänden und Decke. Das Kompriband muss später bündig mit der Plattenoberfläche abschließen.
Wichtig: Beachte die Kleberschicht von ca. 5 bis 10 mm, die unter der Dämmplatte liegt – diese Dicke musst du bei deinen Markierungspunkten einrechnen, damit das Kompriband am Ende auf der richtigen Höhe sitzt.
Klebe das Baumit Fugendichtband (Kompriband 15/3-7 mm) zunächst an der Wand und am Boden an – es dichtet später die Fugen zwischen Dämmplatte und angrenzenden Flächen ab und verhindert Wärmebrücken.
Achtung: Die Decke noch nicht bekleben! Den Deckenstreifen klebst du erst kurz vor der eigentlichen Plattenverklebung auf.
Zum sauberen Zuschneiden der Holzfaserdämmplatten eignet sich eine Handkreissäge. Im Handel findest du Geräte bis zu 105 mm Schnitttiefe.
Für lange Schnitte solltest du unbedingt eine passende Führungsschiene verwenden, damit der Zuschnitt gerade ist. Ein angeschlossener Industriestaubsauger reduziert die Anhäufung von Staub und Sägemehl und erleichtert das saubere Arbeiten.
Tipp: Für ein angenehmeres Arbeiten schließt du am besten einen Industriestaubsauger an – denn Holzfaserdämmplatten erzeugen beim Sägen viel Staub und Sägemehl.
Für den Einbau von Steckdosen in der geklebten Holzfaser-Innendämmung empfehlen wir spezielle Innendämmungsdosen, die vor der Plattenverklebung fest am Untergrund befestigt werden.
In einer weiteren Baumit Selbermachen Anleitung zeigen wir dir die Basisschritte zum Setzen der Steckdose.
Der viereckige Befestigungsadapter der Innendämmungsdose von Kaiser erleichtert das Anarbeiten der Holzfaserdämmplatte an die Steckdose erheblich – er dient direkt als Schablone für den Zuschnitt.
Übertrage die benötigten Maße und Abstände auf die Dämmplatte und säge die Aussparung mit einer Stichsäge sauber heraus.
Die vorbereitete Holzfaserdämmplatte wird mit Klebemörtel beschichtet und dann sauber an der Steckdose angesetzt – so sitzt die Platte passgenau und ohne Lücken um die Innendämmungsdose.
Bevor du den Klebemörtel aufträgst, kehrst du die Klebeseite der Holzfaserdämmplatte gründlich ab – Staub und Schmutz verhindern sonst die Haftung.
Trage den frisch angemischten Baumit Klebemörtel dünn und mit Druck vollflächig auf die Klebeseite der Dämmplatte auf. Diese sogenannte Pressspachtelung sorgt dafür, dass Kleber und Platte eine optimal haftende Verbindung eingehen.
Direkt im Anschluss trägst du weiteren Baumit Klebemörtel auf und zahnst die Fläche mit einer Mittelbettspachtel 15/20 oder einer 15 mm Zahnkelle auf.
Das Aufzahnen ist wichtig – nur so wird die Dämmplatte später vollflächig und ohne Hohlräume mit dem Untergrund verklebt.
Bevor du die Dämmplatte anklebst, entfernst du mit einer Maurerkelle umlaufend den überstehenden Klebemörtel. So vermeidest du unschöne Klebereste an den Plattenkanten und Fugen.
Klebe die vorbereitete Holzfaserdämmplatte umgehend kräftig auf den Untergrund – drücke sie fest an und arbeite dabei ruhig auch mit leicht reibenden Bewegungen. Das sorgt für eine vollflächige Verklebung ohne Hohlräume.
Prüfe nach dem Ankleben jeder Dämmplatte mit einer Wasserwaage, ob sie lotgerecht sitzt, und korrigiere sie bei Bedarf sofort – solange der Kleber noch nicht abgebunden hat.
Da alle weiteren Reihen auf der ersten Reihe aufbauen, ist deren exaktes Ausrichten entscheidend für das gesamte Ergebnis.
Besonders bei unebenem Boden oder einem Gefälle arbeitest du hier unbedingt mit einer langen Wasserwaage – ein Fehler in der ersten Reihe überträgt sich sonst auf alle weiteren.
Klebe die Holzfaserdämmplatten Reihe für Reihe mit einem Versatz von mindestens 20 cm. Wie beim Mauerwerk verhindert der Versatz, dass durchgehende Fugen entstehen, die die Dämmwirkung beeinträchtigen könnten.
Schütze Fenster, Türen und andere Bauteile während dem Einbau der Innendämmung vor Verschmutzung. Setze dafür zunächst ein Abklebeband mit etwas Abstand zum Bauteil.
Auf empfindlichen Oberflächen wie lasierten Holzfenstern verwendest du ausschließlich Sensitiv-Klebebänder – normale Klebebänder können hier Schäden hinterlassen.
Klebe anschließend eine Schutzfolie an, die das Bauteil bis zum Abschluss der Dämmarbeiten zuverlässig schützt.
Die Arbeitsschritte zum Setzen der Laibungsplatte findest du in einer gesonderten Anleitung am Ende von diesem Artikel.
An allen Ecken von Fenstern und den beiden oberen Ecken von Türen schneidest du die Holzfaserdämmplatte L-förmig zu. Dabei soll die Schenkelhöhe mind. 10 cm und die Schenkellänge mind. 20 cm betragen.
Wichtig: Berücksichtige beim Zuschnitt außerdem die Kleberschicht von ca. 5 bis 10 mm unter der Laibungsplatte – sonst passt das Maß am Ende nicht.
Schneide die Holzfaserdämmplatte mit einer Stichsäge entsprechend zu, trage wie zuvor beschrieben Klebemörtel auf und verklebe die vorbereitete Platte auf den vorbereiteten Untergrund.
Schneide die Platten an allen Ecken des Fensters bzw. der Tür passgenau zu und vervollständige die Holzfaser-Innendämmung rund um das Bauteil.
An Innenecken klebst du die Holzfaserdämmplatten Reihe für Reihe verzahnt übereinander – ähnlich wie beim Mauern. Das verzahnte Kleben sorgt für eine stabile und wärmebrückenfreie Verbindung in den Ecken.
Wenn du dich mit den Dämmarbeiten der Decke näherst, klebst du vor der letzten Dämmplattenreihe das Baumit Fugendichtband an der Decke an.
Plane für die letzte Reihe eine Mindestplattenhöhe von 20 cm ein – bei Platten mit 80 bis 100 mm Stärke sogar mindestens 25 cm. Niedrigere Platten lassen sich kaum noch sauber einsetzen und verkleben.
Anschließend klebst du möglichst zügig nach dem Ansetzen des Fugendichtbandes die Reihe Dämmplatten mit direktem Deckenanschluss an.
Klebe möglichst zügig nach dem Anbringen des Fugendichtbandes die letzte Reihe Holzfaserdämmplatten mit direktem Deckenanschluss an – das Fugendichtband sollte noch nicht vollständig expandiert sein, damit die Platte sauber und dicht abschließt.