Der Oberputz um die Schadstelle wird mit einem Multifunktionswerkzeug eingeschnitten.

Löcher und Schadstellen im WDVS reparieren und ausbessern

Ein Wärmedämmverbundsystem (WDVS) schützt die Fassade zuverlässig. Trotzdem kann es im Laufe der Zeit aus verschiedenen Gründen zu Beschädigungen kommen – von einem einfachen Riss, Löchern oder Schadstellen im Putz bis zu großflächigen Schäden durch Hagel.

In dieser Anleitung zeigen wir dir, wie du einzelne, kleinflächige Schadstellen selbst reparieren kannst. Typische Beispiele sind Spechtlöcher oder Beschädigungen durch mechanische Einwirkung, etwa durch einen Aufprall auf die Fassade.

Deine Checkliste

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Werkzeug
    • Saubere Schnitte beim Tapezieren

      Die Tapezierschere mit ergonomischen Mehrkomponenten-Griff und Blatt aus gehärtetem, rostfreiem Edelstahl eignet sich optimal zum schnellen und präzisen Zuschneiden von Tapeten.

      Sie ist sowohl für Rechts-, als auch für Linkshänder geeignet.

    • Ein klassischer Kratzputz wird gekratzt

      Der echte, mineralische Kratzputz erhält seine typische Struktur, indem du den bereits angezogenen Putz mit einem Edelputzkratzer bearbeitest. Dabei wird die Körnung aus dem noch frischen Putz herausgebrochen und es entsteht die typische Kratzputzstruktur.

      Der Edelputzkratzer besteht aus einem Brett mit vielen rostfreien und gehärteten Nägeln. Eine Handschlaufe erleichtert das Halten des Edelputzkratzers während der Bearbeitung des Putzmörtels.

    • Fachpinsel – der Flachpinsel für präzise Anstricharbeiten

      Beim Streichen von Innen- oder Außenflächen ist der Flachpinsel ein beliebtes Werkzeug – besonders zum Anarbeiten an Kanten, in Ecken oder schwer zugänglichen Bereichen.

      Wichtig ist, dass der Pinsel gut Farbe aufnimmt und gleichmäßig abgibt. Das spart Zeit und sorgt für einen zügigen Baufortschritt.

      Moderne Flachpinsel setzen aus Nachhaltigkeitsgründen zunehmend auf einen hochwertigen Kunststoffborsten-Mix. Diese Spezial-Kunstborsten vom STORCH AquaStar sind besonders formstabil, abriebfest und sorgen für ein sauberes, gleichmäßiges Streichergebnis.

      Die Borsten sind haftstark in der Kunststoff-Fassung verankert – das garantiert eine lange Lebensdauer, auch bei häufiger Nutzung.

    • Rundpinsel – präzise Ergebnisse bei Lackier- und Detailarbeiten

      Der Rundpinsel ist ein bewährtes Werkzeug für Lackierarbeiten – besonders dann, wenn es auf saubere Kanten und exakte Linienführung ankommt.

      Durch seine Form eignet er sich außerdem hervorragend zum Streichen von runden oder stark verkanteten oder kleinflächigen Bauteilen wie Fensterrahmen, Stühlen, Tischbeinen oder anderen Möbelstücken.

      Dank der gebündelten Borsten erreichst du mit dem Rundpinsel auch schwer zugängliche Stellen – gleichmäßig und kontrolliert.

      Tipp: Lass den Pinsel nicht über Nacht oder länger mit der Fassung im Wasser oder in Lösungsmitteln stehen – das kann zu Schäden führen. Am besten reinigst du den Pinsel direkt nach dem Einsatz gründlich, um ihn möglichst lange in gutem Zustand zu erhalten.

    • Mörtel und Spachtel auftragen und verteilen

      Mit der Glättkelle lassen sich Mörtel, Putze und Spachtel sauber auf den Untergrund auftragen und gleichmäßig verteilen.

      Achte darauf, eine rostfreie Glättkelle zu verwenden. Andernfalls kann das Metall bereits nach wenigen Einsätzen zu rosten beginnen – das beeinträchtigt nicht nur die Langlebigkeit des Werkzeugs, sondern auch die Qualität deiner Arbeit.

      Schon bei mittelgroßen Flächen wird schnell klar: Das Arbeiten mit der Kelle erfordert Kraft in den Händen. Ein Softgriff erleichtert das Führen der Kelle, reduziert die Belastung und hilft, Blasen an den Händen zu vermeiden.

    • Kanten beim Abziehen reduzieren – Superglätt von HARMOAC

      Eine interessante Weiterentwicklung ist die Superglätt von HARMOAC mit abgerundeten Kanten.

      Beim Abziehen von Putz- und Spachtelflächen entstehen mit einer herkömmlichen Glättkelle schnell unerwünschte Kanten oder Grate. Die abgerundeten Kanten der Superglätt minimieren dieses Problem deutlich oder verhindern es sogar ganz. Das erleichtert die Arbeit und sorgt für eine gleichmäßig glatte Oberfläche.

    • Klassisches Reibebrett für dünnlagige Dekorputze

      Das Reibebrett aus Hart-PVC mit Arbeitsgriff eignet sich zum Strukturieren dünnlagiger Dekorputze – zum Beispiel Scheibenputz, Münchner Rauputz, Edelweiß Structo, Silikat- oder Silikonharzputz.

      Durch kreisende Bewegungen strukturierst du mit der harten Oberfläche des Reibebretts den frischen Putz gleichmäßig.

      Ein ergonomischer Softgriff von professionellen Produkten sorgt dabei für eine angenehme Handhabung und schont deine Hand sowie das Handgelenk – auch bei längerer Anwendung.

    • Styropor-Reibebrett für körnigere Strukturen

      Für besonders körnige Strukturen empfehlen wir dir ein Reibebrett aus Styropor. Die weichere Arbeitsfläche bringt die Körnung des Strukturputzes besonders gut zur Geltung – ideal etwa für mineralische Dekorputze wie Scheibenputz, Edelweiß Structo oder INstyle Edelweiß.

      Weniger geeignet ist das Styropor-Reibebrett für verarbeitungsfertige Putze oder den Münchner Rauputz – hier greifst du besser zu einem Hart-PVC-Brett.

    • Kleines Reibebrett für Ecken und kleine Flächen

      Bei schwer zugänglichen Stellen, zum Beispiel im Dachanschluss oder in Laibungen, ist ein kleineres Reibebrett oft die bessere Wahl. Das sogenannte Fummelbrett hilft dir dabei, auch auf begrenztem Raum die gewünschte Putzstruktur sauber umzusetzen.

      Durch die spitz zulaufende Seite kommst du auch in schwer zu erreichende Ecken.

    • Malerspachtel mit stabilem Metallblatt

      Für müheloses Reinigen und Entfernen von alten Beschichtungen ist ein Malerspachtel mit stabilem, steifem Blatt perfekt geeignet. Die robuste Bauweise mit vernieteter Griffbefestigung garantiert lange Haltbarkeit.

      Einige Modelle bieten zusätzliche Funktionen: Das STORCH Multifunktionswerkzeug besitzt z. B. eine tropfenförmige Aussparung zum Ziehen von Nägeln und eine spitze Ecke mit Nase zum Säubern von Ritzen und Spalten. Die seitliche Zahnung erleichtert zudem das Abstreifen überschüssiger Farbe.

    • Malerspachtel mit flexiblem Blatt

      Malerspachtel mit flexiblem Metallblatt eignen sich hervorragend zum Ausfüllen und Glätten von Unebenheiten oder kleinen Löchern, beispielsweise beim Arbeiten mit Gips, Spachteln oder Blitzzement.

      Diese Spachtel sind in unterschiedlichen Breiten erhältlich – passend für jede Aufgabe.

Produkte
Ergänzungsprodukte
    • PowerSTAR UV – für saubere Kanten bei glatten Untergründen

      Das PowerSTAR UV ist ein besonders dünnes, aber äußerst robustes Gewebeklebeband mit mittlerer Klebkraft. Es lässt sich leicht abrollen und abreißen – ideal für exakte, flache Putz- und Farbkanten auf glatten Untergründen.

      Dank seiner hohen UV-Beständigkeit eignet es sich perfekt für längere Einsätze im Außenbereich, z. B. bei WDVS-Arbeiten.
      Einsatzbereich: Spachtel- und Putzstärken von 1–3 mm.

    • PowerSTAR straight – maximale Haftung für gerade Kanten

      Das PowerSTAR straight ist ein extra dickes Gewebeklebeband mit starker Klebkraft und hoher Formstabilität. Es haftet zuverlässig auf glatten und rauen Untergründen und ermöglicht besonders gerade Abklebungen – ideal z. B. für Faschen.

      Das Band ist UV-beständig bis zu 2 Wochen und lässt sich gut von Hand abreißen. Einsatzbereich: Spachtel- und Putzstärken von 1–3 mm.

    • PowerLIGHT eco – das klassische Putzerband

      Das PowerLIGHT eco ist ein bewährtes Gewebeklebeband mit sehr hoher Klebkraft und robuster Verarbeitung. Es eignet sich für glatte wie auch raue Untergründe und lässt sich gut abreißen.

      Der lösemittelfreie Klebstoff und der umweltfreundliche PE-Träger machen es zur nachhaltigen Wahl – bei gleichzeitig hoher Leistung. UV-beständig bis zu 4 Wochen. Ideal auch als Anschlussband zwischen Putz und angrenzenden Holzteilen.

    • Abklebeband mit Folie

      Auch diese robusteren Abklebebänder gibt es mit integrierter Folie zum schnellen und einfacheren Schütze von angrenzenden Bauteilen.

Wichtige Hinweise

Bei großflächigen Schäden, zum Beispiel nach einem Hagelschlag, empfehlen wir eine professionelle Begutachtung. Wende dich in diesem Fall gerne direkt an uns – wir helfen dir weiter.

Durch die vielfältigen Baustellengegebenheiten können die von uns gezeigten Arbeitsschritte nicht alle Einzelfälle berücksichtigen. Sie zeigen den aktuellen Stand unserer Erfahrungen zum Zeitpunkt der Erstellung der Bilder und sind daher unverbindlich. Beachte in jedem Fall die Vorgaben bzw. die Zulassung des Herstellers der eingesetzten Dämmplatten.

 

Verarbeitungsanleitung

1 Oberputz entfernen

Schneide mit einem Multifunktionswerkzeug vorsichtig den Oberputz rund um die Schadstelle ein. Im Vergleich zum Winkelschleifer arbeitet das Sägeblatt des Multifunktionswerkzeugs oszillierend – das gibt dir deutlich mehr Kontrolle beim Schneiden. 

Wichtig: Achte darauf, den darunterliegenden Armierungsputz mit dem eingelegten Gewebe nicht zu beschädigen.

Hat der Schaden bereits das Armierungsgewebe durchdrungen, musst du so viel Oberputz entfernen, dass du später einen neuen Gewebestreifen einsetzen kannst. Dieser sollte die Schadstelle seitlich mindestens 5 cm überragen.

2 Oberputz mit Spachtel entfernen

Entferne den abgetrennten Oberputz mit einer starren Spachtel. Wir empfehlen eine Spachtelbreite von maximal 5 cm – so kannst du gezielter Druck ausüben und behältst die Kontrolle. Das reduziert das Risiko weiterer Beschädigungen.

3 Armierungsputz prüfen

Prüfe den freigelegte Armierungsputz auf Beschädigungen und Druckfestigkeit.

4 Gewebe freilegen

Stellst du fest, dass der Armierungsputz beschädigt ist, bei Druck nachgibt, bzw. das Armierungsgewebe Schäden aufweist, muss die betroffene Stelle freigelegt werden. Kratze dazu den Armierungsputz vorsichtig ab, bis das Armierungsgewebe sichtbar ist. Am besten eignet sich dafür ein Schaber mit einer etwa 20-25 mm breiten Klinge.

5 Hinweis zu Dämmstoffschäden

Auf Baustellen sieht man hin und wieder, dass beschädigter Dämmstoff einfach durch Klebe- oder Bauschaum ersetzt wird. Wir weisen ausdrücklich darauf hin: Beschädigter Dämmstoff muss durch das gleiche Material ersetzt werden. Das Ausschäumen von Löchern ist keine fachgerechte Sanierung.

6 Schadstelle reinigen und grundieren

Entstaube die Schadstelle gründlich und grundiere die Fläche mit Baumit Tiefengrund. Lass den Tiefengrund mindestens 24 Stunden trocknen.

7 Schadstelle abkleben

Schütze die angrenzenden Bereiche vor Verschmutzung, indem du sie mit geeignetem Abklebeband und ggf. Abdeckfolie abklebst.

Verwende dafür ausschließlich Klebebänder, die für den Außenbereich geeignet sind.

8 Gewebestück zuschneiden

Schneide dir ein Stück Gewebe passend zur Größe der Schadstelle zu. Verwende dabei nur hoch alkalibeständiges, reißfestes Gewebe, wie das Baumit Armierungsgewebe.

9 Klebespachtel auftragen

Mische die benötigte Menge Baumit Klebespachtel ALLROUND mit sauberem Wasser klumpenfrei an.

Trage den frischen Klebespachtel mit einer Malerspachtel passend zur Größe der Schadstelle auf den vorbereiteten Untergrund auf.

10 Gewebestück einbetten

Bette das Gewebestück mit der Malerkelle vollständig in den frischen Klebespachtel ein. Das Gewebe sollte komplett im Spachtel liegen und an der Oberfläche nicht mehr zu sehen sein.

11 Auftragsdicke prüfen

Achte darauf, den Armierungsputz nur so dick aufzutragen, dass er nicht über die angrenzende Putzfläche hinaussteht. Plane dabei auch ausreichend Platz für den nachfolgenden Oberputz ein.

Nach Abschluss der Spachtelarbeiten muss der Klebespachtel ALLROUND mindestens 3 Tage trocknen. Schütze die Schadstelle während dieser Zeit vor direkter Feuchtigkeit.

12 Strukturputz auftragen

Nach der Trocknungszeit des Armierungsputzes grundierst du die Schadstelle mit Baumit Universalgrundierung und lässt diese mindestens 24 Stunden trocknen.

Anschließend klebst du die Schadstelle umlaufend ab und trägst den neuen Oberputz auf. Verwende dafür möglichst das gleiche Produkt wie auf der umliegenden Wandfläche – mindestens jedoch einen Putz mit gleicher Korngröße, zum Beispiel einen mit Kratzputzstruktur und 2 mm Körnung.

13 Dekorputz strukturieren

Direkt nach dem Auftragen beginnst du damit den frischen Dekorputz zu strukturieren. Orientiere dich dabei an der umliegenden Struktur: Bei Scheiben- oder Kratzputz arbeitest du mit kreisenden Bewegungen und dem Reibebrett. Bei Rillenputz oder anderen Strukturen passt du die Technik entsprechend an.

14 Übergänge egalisieren

Hast du das Strukturieren abgeschlossen, entfernst du zuerst das umlaufende Abklebeband. Mit einem trockenen Pinsel kannst du den noch frischen Dekorputz an den Übergängen vorsichtig durch Tupfen anpassen. Im Idealfall ist der Übergang in der Struktur anschließend nicht mehr zu erkennen.

15 Ecken und Kanten

Kleinere Schäden an Ecken und Kanten reparierst du auf die gleiche Weise.

16 Hausecken reparieren

Gehe dabei genauso vor, wie in den vorherigen Arbeitsschritten beschrieben.

17 Farbton- und Strukturunterschiede

Je nach Alter der Putzfassade, dem verwendeten Material oder ob und wie oft die Altfassade bereits gestrichen wurde, kann es trotz sorgfältiger Arbeit zu Farbton- oder Strukturabweichungen kommen. Farbtonunterschiede lassen sich in diesem Fall durch einen kompletten Anstrich der Fassade egalisieren.