Löcher und Schadstellen im WDVS reparieren und ausbessern
In dieser Anleitung zeigen wir dir, wie du einzelne, kleinflächige Schadstellen selbst reparieren kannst. Typische Beispiele sind Spechtlöcher oder Beschädigungen durch mechanische Einwirkung, etwa durch einen Aufprall auf die Fassade.
Deine Checkliste
Wichtige Hinweise
Bei großflächigen Schäden, zum Beispiel nach einem Hagelschlag, empfehlen wir eine professionelle Begutachtung. Wende dich in diesem Fall gerne direkt an uns – wir helfen dir weiter.
Durch die vielfältigen Baustellengegebenheiten können die von uns gezeigten Arbeitsschritte nicht alle Einzelfälle berücksichtigen. Sie zeigen den aktuellen Stand unserer Erfahrungen zum Zeitpunkt der Erstellung der Bilder und sind daher unverbindlich. Beachte in jedem Fall die Vorgaben bzw. die Zulassung des Herstellers der eingesetzten Dämmplatten.
Verarbeitungsanleitung
Schneide mit einem Multifunktionswerkzeug vorsichtig den Oberputz rund um die Schadstelle ein. Im Vergleich zum Winkelschleifer arbeitet das Sägeblatt des Multifunktionswerkzeugs oszillierend – das gibt dir deutlich mehr Kontrolle beim Schneiden.
Wichtig: Achte darauf, den darunterliegenden Armierungsputz mit dem eingelegten Gewebe nicht zu beschädigen.
Hat der Schaden bereits das Armierungsgewebe durchdrungen, musst du so viel Oberputz entfernen, dass du später einen neuen Gewebestreifen einsetzen kannst. Dieser sollte die Schadstelle seitlich mindestens 5 cm überragen.
Entferne den abgetrennten Oberputz mit einer starren Spachtel. Wir empfehlen eine Spachtelbreite von maximal 5 cm – so kannst du gezielter Druck ausüben und behältst die Kontrolle. Das reduziert das Risiko weiterer Beschädigungen.
Prüfe den freigelegte Armierungsputz auf Beschädigungen und Druckfestigkeit.
Stellst du fest, dass der Armierungsputz beschädigt ist, bei Druck nachgibt, bzw. das Armierungsgewebe Schäden aufweist, muss die betroffene Stelle freigelegt werden. Kratze dazu den Armierungsputz vorsichtig ab, bis das Armierungsgewebe sichtbar ist. Am besten eignet sich dafür ein Schaber mit einer etwa 20-25 mm breiten Klinge.
Auf Baustellen sieht man hin und wieder, dass beschädigter Dämmstoff einfach durch Klebe- oder Bauschaum ersetzt wird. Wir weisen ausdrücklich darauf hin: Beschädigter Dämmstoff muss durch das gleiche Material ersetzt werden. Das Ausschäumen von Löchern ist keine fachgerechte Sanierung.
Entstaube die Schadstelle gründlich und grundiere die Fläche mit Baumit Tiefengrund. Lass den Tiefengrund mindestens 24 Stunden trocknen.
Schütze die angrenzenden Bereiche vor Verschmutzung, indem du sie mit geeignetem Abklebeband und ggf. Abdeckfolie abklebst.
Verwende dafür ausschließlich Klebebänder, die für den Außenbereich geeignet sind.
Schneide dir ein Stück Gewebe passend zur Größe der Schadstelle zu. Verwende dabei nur hoch alkalibeständiges, reißfestes Gewebe, wie das Baumit Armierungsgewebe.
Mische die benötigte Menge Baumit Klebespachtel ALLROUND mit sauberem Wasser klumpenfrei an.
Trage den frischen Klebespachtel mit einer Malerspachtel passend zur Größe der Schadstelle auf den vorbereiteten Untergrund auf.
Bette das Gewebestück mit der Malerkelle vollständig in den frischen Klebespachtel ein. Das Gewebe sollte komplett im Spachtel liegen und an der Oberfläche nicht mehr zu sehen sein.
Achte darauf, den Armierungsputz nur so dick aufzutragen, dass er nicht über die angrenzende Putzfläche hinaussteht. Plane dabei auch ausreichend Platz für den nachfolgenden Oberputz ein.
Nach Abschluss der Spachtelarbeiten muss der Klebespachtel ALLROUND mindestens 3 Tage trocknen. Schütze die Schadstelle während dieser Zeit vor direkter Feuchtigkeit.
Nach der Trocknungszeit des Armierungsputzes grundierst du die Schadstelle mit Baumit Universalgrundierung und lässt diese mindestens 24 Stunden trocknen.
Anschließend klebst du die Schadstelle umlaufend ab und trägst den neuen Oberputz auf. Verwende dafür möglichst das gleiche Produkt wie auf der umliegenden Wandfläche – mindestens jedoch einen Putz mit gleicher Korngröße, zum Beispiel einen mit Kratzputzstruktur und 2 mm Körnung.
Direkt nach dem Auftragen beginnst du damit den frischen Dekorputz zu strukturieren. Orientiere dich dabei an der umliegenden Struktur: Bei Scheiben- oder Kratzputz arbeitest du mit kreisenden Bewegungen und dem Reibebrett. Bei Rillenputz oder anderen Strukturen passt du die Technik entsprechend an.
Hast du das Strukturieren abgeschlossen, entfernst du zuerst das umlaufende Abklebeband. Mit einem trockenen Pinsel kannst du den noch frischen Dekorputz an den Übergängen vorsichtig durch Tupfen anpassen. Im Idealfall ist der Übergang in der Struktur anschließend nicht mehr zu erkennen.
Je nach Alter der Putzfassade, dem verwendeten Material oder ob und wie oft die Altfassade bereits gestrichen wurde, kann es trotz sorgfältiger Arbeit zu Farbton- oder Strukturabweichungen kommen. Farbtonunterschiede lassen sich in diesem Fall durch einen kompletten Anstrich der Fassade egalisieren.