Innendämmung mit Tragkonstruktion: Zweite Dämmebene mit Holzfaserdämmplatten richtig einbauen – Anleitung zum Selbermachen
- Schwierigkeit
- Mittel
- Verarbeitungsdauer
- ca. 15 bis 30 Minuten pro Quadratmeter
Deine Checkliste
Wichtige Hinweise
Für diese Art der Dämmung auf Holz- oder Metallunterkonstruktion empfehlen wir Holzfaserdämmplatten mit Nut und Feder — zum Beispiel die Thermowall gf von GUTEX. Die Nut-und-Feder-Verbindung sorgt zusammen mit der versetzten Verlegung für eine hohe Stabilität der Dämmebene. Ein weiterer Vorteil: Die Plattenstöße müssen nicht zwingend auf der Tragkonstruktion liegen — das erleichtert die Montage und reduziert den Verschnitt deutlich.
Wichtiger Hinweis: Trocknungszeit der Dampfbremse
Bevor du mit der zweiten Dämmebene beginnst: Der Dichtstoff ISOVER DoubleFit+ an den Anschlüssen der Dampfbremse muss mindestens 3 Tage trocknen. Bei niedrigen Temperaturen oder hoher Luftfeuchtigkeit (über 70 % relative Luftfeuchtigkeit) verlängert sich die Trocknungszeit entsprechend.
Aufgrund der vielfältigen Baustellengegebenheiten können die von uns gezeigten Arbeitsschritte nicht alle Einzelfälle berücksichtigen. Sie zeigen den aktuellen Stand unserer Erfahrungen zum Zeitpunkt der Erstellung und sind daher unverbindlich. Beachte auf jeden Fall die aktuellen technischen Unterlagen (z. B. Produktdatenblatt, technische Zusatzinformationen etc.) zu den gezeigten Produkten.
Verarbeitungsanleitung
Für die erste Reihe säge zunächst die untere Nut der Dämmplatten ab, bevor du sie auf dem Boden aufsetzt. Richte diese Reihe besonders sorgfältig waagerecht aus. Das macht das Setzen der weiteren Reihen deutlich einfacher.
Hat dein Boden Unebenheiten? Dann berücksichtige diese direkt beim Zuschneiden der unteren Kante. Mit dem Baumit Fugendichtband kannst du kleinere Unebenheiten von 3 bis 7 mm ausgleichen. Klebe es am vorderen Kantenabschluss auf. Damit erhältst du gleichzeitig eine verputzbare Oberfläche.
Bevor du die Platten festschraubst, zeichne Hilfslinien auf — genau dort, wo die Traghölzer der ersten Dämmebene liegen. So triffst du beim Verschrauben zuverlässig die richtige Stelle und die Schraubdübel sitzen dort, wo sie wirklich halten.
Achte beim Verschrauben auf die exakte, waagerechte Ausrichtung der Dämmplatte.
Hinweis: Eine ganze Platte liegt auf mindestens zwei Traghölzern auf und bekommt pro Tragholz zwei Dübel. Setze die Schraubdübel mit circa 8 bis 12 cm Abstand vom Plattenrand entfernt.
Die Schraubdübel STR Holz sollen bündig mit der Plattenoberfläche abschließen. Mit einem Meterstab als Richtlatte kannst du das schnell kontrollieren. Bei Bedarf kannst du die Lage des Dübels nachbessern.
Nach dem Verschrauben verschließt du das Loch im Dübelschaft mit dem mitgelieferten Verschlussstopfen. Drücke ihn bündig ein – fertig ist die glatte, verputzbare Oberfläche.
Wie beim Mauern arbeitest du auch hier im Versatz: Die Platten der nächsten Reihe setzt du mindestens 20 cm versetzt zur vorherigen. Wichtig ist, dass jedes Teilstück auf mindestens einem Tragholz aufliegt.
Bei Teilstücken der Platten sollte mindestens eine Seite mit Nut oder Feder in die angrenzende Platte greifen. Alle mittleren Reihen – also außer ganz unten und ganz oben – werden oben und unten mit Nut und Feder verbunden. Das gibt der Dämmebene richtig guten Halt.
An Fenstern und Türen musst du die Holzfaserdämmplatten anpassen. Am einfachsten geht das so: Platte anhalten und den nötigen Ausschnitt mit einem Stift direkt anzeichnen. Danach sägst du die Platte zu.
Für diese Plattendicke ist die Handkreissäge oft das ideale Werkzeug. Verwende ein passendes Sägeblatt und stelle die richtige Schnitttiefe ein. Bei längeren, geraden Schnitten hilft eine Führungsschiene für ein noch genaueres Ergebnis.
Tipp: Es entsteht einiges an Sägemehl. Daher lohnt sich hier eine Staubabsaugung an der Säge anzuschließen.
Für Ausschnitte und kleinere Anpassungen kannst du auch gut mit einer Stichsäge arbeiten. Sie ist oft handlicher als eine Handkreissäge.
An Fenstern und Türen schließt die Platte bündig zum umlaufenden Tragholz ab. So erhältst du einen sauberen, professionellen Abschluss und einen lückenlosen Übergang zur anschließend gesetzten Laibungsplatte.
Die letzte Platte oben an der Decke sollte mindestens 15 cm hoch sein. Damit sie sich leichter einsetzen lässt, entfernst du den hinteren Steg der Nut mit der Handkreissäge.
Stelle dabei die Schnitttiefe der Säge so ein, dass nur der obere Steg angesägt wird.
Klebe das Fugendichtband oben am vorderen Rand der Dämmplatte auf; bei Randplatten klebst du es zusätzlich auf die Stoßkante zur angrenzenden Wand. Dann setzt du die Platte ein.
Bei Platten bis 25 cm Höhe genügt ein Dübel pro Tragholz. Größere Platten befestigst du wie gewohnt mit zwei Dübeln pro Kantholz.
An Fenstern dämmst du alle vier Seiten der Laibung, bei Türen die beiden Seiten und oben den Sturz. Dafür verwendest du Laibungsplatten mit mindestens 20 mm Dicke.
Schneide die Laibungsplatte so zu, dass sie stumpf am Fensterrahmen anliegt und bündig mit der Innendämmung abschließt. Die Länge entspricht der jeweiligen Seite der Laibung.
Markiere auf der Platte den Bereich, wo der Klebemörtel aufgetragen wird.
Die Laibungsplatte wird mit Klebemörtel am Mauerwerk befestigt. Mische den Klebemörtel (z. B. Kalkin Kalkspachtel oder Fassaden- und Sanierungsspachtel weiß) klumpenfrei an, trage ihn auf und ziehe ihn mit einer 10 mm Zahnkelle durch. So entsteht eine gleichmäßig, dicke Klebeschicht für eine vollflächige Verklebung.
Am besten startest du oben im Sturzbereich des Fensters. Die Breite der Laibungsplatte entspricht der Breite der Laibung.
Zusätzlich zum Verkleben verschraubst du die Platte im Tragholz. Verwende dafür rostfreie Holzschrauben mit einem Durchmesser von 4,5 bis 5 mm und Senkkopf. Der Abstand zwischen den Schrauben darf maximal 30 cm betragen.
Nach dem gleichen Prinzip bringst du nun die Laibungsplatten unten im Fensterbankbereich und an beiden Seiten an. Damit ist die Laibungsdämmung komplett.