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Gipsputz verarbeiten

So gelingt die Verarbeitung von Gipsputz

So gelingt die Verarbeitung von Gipsputz

Mittel

Ca. 10 - 15 Minuten pro m²

Checkliste

Werkzeug

  • Mörtelkübel
  • Sprühflasche
  • Elektrisches Rührwerk
  • Filzbrett orange
  • Maurerkelle
  • Fassadenspachtel
  • Glättkelle (rostfrei)

Der Untergrund muss fest, tragfähig und frei von Schmutz und Staub sein. Die zu verputzende Fläche muss gleichmäßig ausgetrocknet sein. Betonflächen (max. Betonfeuchte 3 Gew.-%) und andere glatte, nicht saugfähige Untergründe mit einem geeigneten Haftvermittler, z. B. Baumit Betonkontakt, vorbehandeln. Besonders glatte Flächen vorher gut aufrauen. Filmbildende Trennmittel sind unbedingt zu entfernen.

Die Umgebungs- und Untergrundtemperatur darf während der Arbeiten +5 °C nicht unterschreiten bzw. + 30 °C nicht überschreiten. In den ersten Trocknungstagen ist die Fläche vor Frost zu schützen.
 

1. Gipsputz anrühren

Rühren Sie die den Gipshaftputz rot mit Wasser in einem sauberen Mörtelkübel o. ä. an. Angaben zu den benötigten Wassermengen finden Sie auf der Rückseite des Sacks und im technischen Merkblatt. 

2. Gipsputz in Laibung auftragen

Wir empfehlen Ihnen mit den Fenster- und Türlaibungen zu beginnen. In den unhandlichen Ecken der Fensterlaibung können Sie den Putz auch mit einer Maurerkelle dünn auftragen.  

3. Gipsputz in Laibung glatt abziehen

Ziehen Sie im Anschluss den frisch aufgetragenen Putz mit Hilfe einer Glättkelle kantenfrei ab.

4. Gipsputz auf die Wand auftragen

Anschließend können Sie in der Fläche den Gipshaftputz Rot auftragen. Bei größeren Flächen sollten Sie dabei möglichst mit mehreren Arbeitskräften arbeiten. 

5. Gipsputz glatt abziehen

Ziehen Sie den aufgetragenen Putz im Anschluss mit einer Kartätsche ab.

6. Gipsputz vor dem Filzen anfeuchten

Nachdem der Putz beginnt abzubinden, feuchten sie den Putz nochmals leicht z. B. mit einem Drucksprüher an. 

7. Gipsputz abfilzen

Anschließend filzen Sie die Fläche und die Laibung mit einem Filzbrett komplett durch. Unserer Erfahrung nach ist die Filzscheibe mit orangenfarbenem Moosgummi für Gipsputze sehr gut geeignet.

Beim Einsatz von Schnellputzleisten bleiben diesem Vorgehen die Kanten der Profile nach dem Filzen sichtbar. 

8. Gipsputz den letzten Schliff geben

Die Schnellputzleisten verschwinden nach dem abschließenden Abspachteln der Wandfläche mit Baumit Innenspachtel oder Innenspachtel Fix.

Selbstverständlich können Sie den Gipsputz auch ohne Schnellputzleisten verarbeiten. Dies bedarf jedoch eines größeren handwerklichen Geschicks, um die Flächen lot- und fluchtgerecht herzustellen.

Fragen und Antworten

Warum ist die Einhaltung der Standzeit so wichtig?

Durch das Schwindverhalten von Zement entsteht in der frischen Grundputzlage eine Spannung, welche sich über den Trocknungszeitraum langsam abbaut. Würde man den Oberputz zu schnell aufbringen, kann sich die Spannung auf den Oberputz übertragen und Risse wären die Folge. Gleichzeitig ist es wichtig, dass die Erhärtung (Karbonisation) komplett abgeschlossen ist, bevor eine Beschichtung (Oberputz, Anstrich) aufgetragen wird. Andernfalls ist es möglich, dass nicht gebundener Kalk an der Oberfläche zu Ausblühungen oder Kalkschleiern führt. Beide Schadensbilder lassen sich durch die Einhaltung der Standzeiten einfach und effektiv vermeiden.

Warum sind bei schwach bzw. nicht saugenden Untergründen Untergrundvorbereitungen erforderlich?

Mineralische Putze, wie Kalkzement-, Zement- oder auch Kalkputze werden mit Wasser entsprechend den Herstellerangaben angerührt, um Sie für die Verarbeitung vorzubereiten. Für bessere Verarbeitungseigenschaften wird dabei das Putzmaterial mit mehr Wasser angerührt als später im Putz für die Reaktion der Erhärtung benötigt wird. D. h. überschüssiges Wasser verdunstet während der Abtrocknung nach außen oder wird vom Mauerwerk aufgenommen und verdunstet später durch die Putzschicht hindurch. Bei nicht oder schwach saugenden Untergründen wird diese Feuchtigkeit nur in sehr kleinen Mengen oder gar nicht vom Untergrund aufgenommen. Dadurch kann sich der Putz nur ungenügend mit dem Untergrund verkrallen. Die Folge sind Haftungsprobleme, die zur Ablösung des Putzes führen können. Es ist sogar möglich, dass der frische Putz ohne Untergrundvorbereitung vom Untergrund abrutscht.


Warum wird vor dem Auftrag von Kalkputz auf glatten Untergründen, eine Haftspachtelung benötigt? Kann man nicht einfach eine Grundierung aufstreichen?

Kalkputze, wie auch Kalkzement- und Zementputze schwinden im Prozess der Austrocknung, d. h. sie ziehen sich etwas zusammen. Dadurch entsteht eine Spannung in der Putzschicht sowie zwischen Putz und Untergrund. 

Die meisten Grundierungen, wie zum Beispiel der Baumit Tiefengrund oder Betonkontakt sind auf Kunststoffbasis hergestellt. Nach dem Streichen trocknen diese eher glatt ab und bieten dem Putz nur unzureichende  Untergrundhaftung. Gleichzeitig erreicht eine übliche Grundierung nicht die erforderliche Eigenfestigkeit, um die auftretenden Spannungen durch den Putz aufzunehmen. Die Folge wären Risse und Ablösungen des Putzes vom Untergrund. 

Aus diesem Grund wird auf diesen Untergründen eine Haftspachtelung mit einem Kalkzementspachtel vorgegeben.


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