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Sanieren von feuchtem und versalztem Mauerwerk

Sanierputz richtig verarbeiten

Sanierputz richtig verarbeiten

Mittel

10 - 20 Minuten pro m² (ohne Stand- und Trockenzeiten)

Checkliste

Werkzeug

  • Wasserwaage
  • Mörtelkübel
  • Pinsel oder Handbesen
  • Kartätsche
  • Quast
  • Winkelschleifer bzw. Flex
  • Atemschutz
  • Straßenbesen
  • Filzbrett weiß
  • Elektrisches Rührwerk
  • Maurerkelle
  • Bohrhammer
  • Schutzbrille
  • Arbeitshandschuhe
  • Glättkelle (rostfrei)
  • Meterstab

Der Untergrund muss trocken, rissfrei und frei von trennenden Bestandteilen (Schalöl, Staub, Moose und Algen o.ä.) sein. Alle Arbeiten dürfen nur bei Temperaturen von mindestens 5°C ausgeführt werden. Diese Temperatur wird an der Oberfläche des zu verputzenden Bauteils genommen und gilt auch für die ersten Trocknungstage. Angrenzende Bauteile sind vor Verschmutzung zu schützen.
Vermeiden Sie bei Temperaturen von über 30°C zu arbeiten. Beachten Sie die Hinweise in Technischen Merkblatt.

Achten sie auf Ihre eigene Sicherheit. Verwenden Sie geeignete Steighilfen wie Leitern oder Arbeitsgerüste. Tragen Sie entsprechende Arbeitskleidung, Arbeitshandschuhe, etc.

Beim Verputzen in Innenräumen ist auf eine ausreichende Be- und Entlüftung während der Trocknungszeit zu sorgen. Bei Luftfeuchtigkeiten von über 65% ist eine ausreichende Abtrocknung des Putzmörtels nicht gewährleistet, was die Funktionstüchtigkeit des Sanierputzes beeinträchtigen kann.

 

1. Feuchtigkeitsursache suchen und beseitigen

Vor der Sanierung des feuchten und versalzten Mauerwerkes müssen Sie zuerst die Feuchteursache ermitteln und beseitigen. Das Auftragen von Sanierputz ist ohne diese Ursachenbekämpfung häufig keine dauerhafte Lösung.

2. 1 m über Schadensgrenze markieren

Der Altputz muss bis 1 m über der Schadensgrenze entfernt werden. Messen Sie daher ab der oberen Schadensobergrenze, welche sich durch Salzausblühungen, Putz- und Farbabplatzungen zeigt und markieren Sie sich diesen Bereich.

3. Linie ziehen

Ziehen Sie sich mit Hilfe einer Wasserwaage eine gerade Linie über die betroffene Stelle.

4. Altputz mit Flex trennen

Für eine saubere Kante zwischen dem zu sanierenden Bereich und dem Altputz, trennen Sie beide Bereiche mit einem Schnitt mit einer Flex. Achten Sie dabei auf Ihren persönlichen Schutz mit Schutzbrille, Atemschutz, Handschuhe und entsprechend staubgeschützter Kleidung.

5. Alten Putz abschlagen

Schlagen Sie nun den alten Putz bis einen Meter über Schadensgrenze komplett ab.

6. Mürbe Mauerwerksfugen auskratzen

Mürbe Mauerwerksfugen 2 bis 3 cm tief auskratzen.

7. Mauerwerk mechanisch reinigen

Anschließend die Fläche mit einem Besen oder einem Staubsauger gut entstauben. Reinigen Sie die Fläche nicht mit Wasser, da sich so erneut Salze lösen und verstärkt an die Oberfläche wandern.

Gegebenenfalls (je nach Witterung) sollten die Oberflächen 3 bis 6 Tage abtrocknen bzw. Innenräume gut durchlüftet werden.

8. Schutt entfernen

Der anfallende Bauschutt ist möglichst sofort zu entfernen. So verhindern Sie, dass bei feuchtem Wetter im abgeschlagenen Altputz vorhandene Salze gelöst und eventuell in das Mauerwerk einsickern können.

9. Saniervorspritzmörtel auftragen

Rühren Sie den Saniervorspritzmörtel nach Herstellerangaben an und werfen diesen z. B. mit einer Maurerkelle auf das Mauerwerk. Der Spritzbewurf bildet eine grobe, noppenartige Oberfläche und bietet dem nachfolgenden Putz somit eine gute Basis für eine optimale Anhaftung. Er sollte die Oberfläche zu ca. 50 % bedecken.

Der Saniervorspritzmörtel muss nun 1 bis 2 Tage austrocknen. Bei sehr hohen Temperaturen (>25°C) sollte der aufgebrachte Saniervorspritzmörtel am ersten Tag nochmals mit einem feinen Sprühnebel mit Wasser angefeuchtet werden.

10. Sanierputz anrühren

Mischen Sie den Baumit Sanierputz mit sauberen Wasser in einem sauberen Mörtelkübel knötchenfrei mit einem elektrischen Rührwerk an. Die benötigte Wassermenge finden Sie in den Angaben auf der Sackrückseite oder im Technischen Merkblatt auf unserer Homepage.

11. Sanierputz aufziehen

Der Sanierputz wird in 2 Lagen aufgetragen. Die erste Lage mit einer Stärke von 10 bis 15 mm, die zweite Lage mit 10 mm. Um eine optimale Funktion zu gewährleisten, ist eine Gesamtputzdicke mit einer Mindestputzdicke von 20 mm, bei hoher Versalzung von 30 mm einzuhalten.

Zum Aufziehen des frischen Sanierputzes empfehlen wir den Einsatz einer rostfreien Glättkelle.

12. Sanierputz mit einer Kartätsche abziehen

Anschließend ziehen Sie den frischen Sanierputz auf größeren Flächen mit einer Kartätsche ebenmäßig ab.

13. Sanierputz mit einem Flächenglätter abziehen

Auf kleineren oder verwinkelten Flächen können Sie diese Arbeiten auch sehr gut mit einem Flächenglätter durchführen.

14. Sanierputzlage aufrauen

Mit einem Straßenbesen rauen Sie den leicht angezogenen Sanierputz oberflächlich auf. Dadurch kann sich die anschließende, zweite Putzlage besser am Untergrund verkrallen.

15. Sanierputzlage trocknen lassen

Nun muss die Sanierputzlage komplett durchtrocknen. Pro Millimeter Putzdicke benötigt der Putz mindestens 1 Tag zum Trocknen, d.h. bei beispielsweise 10 mm Putzdicke mindestens 10 Tage. Schützen Sie die Fläche in den ersten Tagen vor direkter Beregnung.

Kalte oder feuchte Witterung kann die Austrocknung verzögern. Der aufgebrachte Sanierputz ist vor Frost zu schützen.

16. Sanierputzlage vor zu schnellen Austrocknung schützen

Bei sehr hohen Temperaturen (> 25°C), sowie starkem Wind muss die frische Putzlage vor zu schneller Austrocknung geschützt werden. Im Bedarfsfall hängen Sie beispielsweise ein Malervlies, Gerüstplane, o.ä. vor die Fläche.

17. getrocknete Sanierputzlage abkehren

Bevor Sie die zweite Lage auftragen, kehren Sie die Fläche einmal gründlich ab. Damit entfernen Sie Staub und Schmutz. Gleichzeitig kann es bei besonders versalzten Flächen zu einem Durchschlagen der Salze durch die erste Lage kommen. Durch das Abkehren werden diese Salze entfernt.

18. Zweite Sanierputzlage auftragen

Mischen Sie sich wieder Sanierputz, wie schon zuvor beschrieben, an. Anschließend tragen Sie den frischen Sanierputz mit einer rostfreien Glättkelle auf den vorbereiteten Untergrund auf.

19. Zweite Sanierputzlage ebenmäßig abziehen

Auch die zweite, noch frische Sanierputzlage wird wieder mit einer Kartätsche oder einem Flächenglätter ebenmäßig abgezogen. Da dies häufig der letzte Putzlage ist, sollten Sie diesen Arbeitsschritt möglichst sorgfältig durchführen.

20. Sanierputz filzen

Abschließend wird der Sanierputz mit einem Filzbrett durchgefilzt. Dabei sollen Grate und Kanten entfernt werden und die Putzoberfläche eben und gleichmäßig gestaltet werden.

Prüfen Sie dafür die Putzlage mit dem Finger bis die Fläche soweit angezogen ist, dass der Putz nicht mehr nachgibt. Je nach Auftragsdicke, Witterung, und Temperatur kann dies nach 1 bis 4 Stunden der Fall sein. Mit kreisenden Bewegungen filzen Sie die Fläche gleichmäßig ab.