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Kalkzementputz verarbeiten

Kalkzementputz richtig verarbeiten

Kalkzementputz richtig verarbeiten

Mittel

Ca. 5 bis 10 Min. pro m²

Checkliste

Werkzeug

  • Zahntraufel 10 mm
  • Elektrisches Rührwerk
  • Baumit empfiehlt den Einsatz von professionellen Werkzeugen wie dem Collomix Xo 4 mit 2-Gang Rührwerk und 1300 Watt für bis zu einer Mischmenge von 65 Liter. Mit dieser Qualität Made in Germany arbeiten auch unsere Vorführmeister.

  • Maurerkelle
  • Ob Sie eine Kelle mit Softgriff oder Holzgriff bevorzugen, ist eine persönliche Entscheidung. Für Heimwerker die öfters eine Kelle einsetzen ist ein Softgriff mit Fingerschutz allerdings eine sehr praktische Sache. Achten Sie in jedem Fall auf eine rostfreie Ausführung. 

  • Gitterrabot
  • Glättkelle (rostfrei)

Der Untergrund muss trocken, rissfrei und frei von trennenden Bestandteilen (Schalöl, Staub o.ä.) sein. Alle Arbeiten dürfen nur bei Temperaturen von mindestens 5°C ausgeführt werden. Diese Temperatur wird an der Oberfläche des zu verputzenden Bauteils genommen und gilt auch für die ersten Trocknungstage. Angrenzende Bauteile sind vor Verschmutzung zu schützen. Der frische Putz ist vor zu schnellem Austrocknen bei intensiver Sonneneinstrahlung oder Wind zu schützen. Ggf. muss der Putz mehrfach leicht angefeuchtet werden. Hohe Luftfeuchtigkeit und tiefe Temperaturen können die Abbindezeit deutlich verlängern. Vor einer weiteren Beschichtung ist eine Standzeit von mind. 1 Tag je mm Putzdicke einzuhalten.
 

1 . Kalkzementputz anrühren

Mischen Sie den Putz mit Wasser in einem Mörtelkübel in plastischer Konsistenz an. Hierfür eignet sich ein elektrisches Rührwerk besonders gut. Je nach Witterung haben Sie 30 bis 45 Minuten Zeit, um den angemischten Putz zu verarbeiten.

2 . Fugendichtband in Fensterlaibung

Vor dem Auftragen von einem neuen Kalkzementputz an der Fassade sollten Sie Tür- und Fensteröffnungen durch das Setzen von Anputzleisten und Eckwinkeln vorbereiten. Fensterbänke werden zum Schutz vor eindringender Feuchtigkeit umlaufend mit einem Fugendichtband abgeklebt. Das verwendete Fugendichtband sollte nicht weiter als 2-3 mm expandieren und als Schlagregendicht und Winddicht ausgelobt sein.

3 . Kalkzementputz in Laibung auftragen

Tragen Sie zuerst den Mörtel in die Fenster- bzw. Türlaibungen auf.

4 . Material glatt ziehen

Mit einer rostfreien Glättkelle können Sie anschließend den frischen Putz sauber abziehen. Die empfohlenen Anputzleisten und Eckwinkel sind dabei als Abzugskante sehr hilfreich.

5 . Wiederholung der Schritte 3 und 4

Wiederholen Sie die Arbeitsschritte auch an allen anderen Laibungsflächen.

6 . Kalkzementputz flächig auftragen

Anschließend können Sie den Putz flächig auf den vorbereiteten Untergrund auftragen. Achten Sie dabei auf Ihre eigene Sicherheit. Arbeiten ab einer Arbeitshöhe von ca. 3 m sollten von einem sicheren Arbeitsgerüst ausgeführt werden.

7 . Mit Kartätsche abziehen

An den zuvor gesetzten Schnellputzleisten können Sie anschließend den frischen Putz sauber und leicht flächig mit einer Kartätsche abziehen. Ziehen Sie dafür die Kartätsche in seitlichen wellenförmigen Bewegungen mit mittleren Druck von unten nach oben.

8 . Zuviel Material abstreifen

Zuviel aufgetragener Putzmörtel bleibt beim Abziehen an der Kartätsche hängen und kann abgestreift werden

9 . Kalkzementputz aufrauen

Nach dem Aufziehen der Grundputzes erfolgt die Oberflächenbearbeitung in Abhängigkeit der späteren Endbeschichtung. Möchten Sie einen Filzputz auftragen, wird der noch frische Grundputz mit einem Putzkamm oder Straßenbesen aufgeraut. Der Grundputz muss nach der Bearbeitung mind. einen Tag pro Millimeter Putzdicke abtrocknen.

10 . Eckgewebe anbringen

An allen Ecken von Tür- und Fensteröffnungen wird eine zusätzliche Eckarmierung zum Schutz vor Rissen eingesetzt. Schneiden Sie sich dafür aus alkalibeständigem Armierungsgewebe einen Streifen von ca. 30 x 25 cm zurecht. Setzen Sie den Streifen möglichst dicht an der Ecke an.

11 . Eckgewebe einarbeiten

Mit einer Zahntraufel (10 mm) können sie den Gewebestreifen leicht in den frischen Putz eindrücken. Abschließend soll die Diagonalarmierung komplett im Putzmörtel verschwunden sein.

12 . Kalkzementputz rabotieren

Wenn Sie anschließend einen Dekorputz (Scheibenputz, Mosaikputz o.ä.) auftragen wollen, müssen Sie den Unterputz zuvor abrabotieren. Warten Sie bis der Unterputz angesteift ist und rabotieren Sie die obere Schicht mit einem Gitterrabot ab. Dabei wird der Putz von Kanten befreit und die sogenannte Sinterschicht zerstört.

Fragen und Antworten

Warum ist die Einhaltung der Standzeit so wichtig?

Durch das Schwindverhalten von Zement entsteht in der frischen Grundputzlage eine Spannung, welche sich über den Trocknungszeitraum langsam abbaut. Würde man den Oberputz zu schnell aufbringen, kann sich die Spannung auf den Oberputz übertragen und Risse wären die Folge. Gleichzeitig ist es wichtig, dass die Erhärtung (Karbonisation) komplett abgeschlossen ist, bevor eine Beschichtung (Oberputz, Anstrich) aufgetragen wird. Andernfalls ist es möglich, dass nicht gebundener Kalk an der Oberfläche zu Ausblühungen oder Kalkschleiern führt. Beide Schadensbilder lassen sich durch die Einhaltung der Standzeiten einfach und effektiv vermeiden.

Warum sind bei schwach bzw. nicht saugenden Untergründen Untergrundvorbereitungen erforderlich?

Mineralische Putze, wie Kalkzement-, Zement- oder auch Kalkputze werden mit Wasser entsprechend den Herstellerangaben angerührt, um Sie für die Verarbeitung vorzubereiten. Für bessere Verarbeitungseigenschaften wird dabei das Putzmaterial mit mehr Wasser angerührt als später im Putz für die Reaktion der Erhärtung benötigt wird. D. h. überschüssiges Wasser verdunstet während der Abtrocknung nach außen oder wird vom Mauerwerk aufgenommen und verdunstet später durch die Putzschicht hindurch. Bei nicht oder schwach saugenden Untergründen wird diese Feuchtigkeit nur in sehr kleinen Mengen oder gar nicht vom Untergrund aufgenommen. Dadurch kann sich der Putz nur ungenügend mit dem Untergrund verkrallen. Die Folge sind Haftungsprobleme, die zur Ablösung des Putzes führen können. Es ist sogar möglich, dass der frische Putz ohne Untergrundvorbereitung vom Untergrund abrutscht.


Warum wird vor dem Auftrag von Kalkputz auf glatten Untergründen, eine Haftspachtelung benötigt? Kann man nicht einfach eine Grundierung aufstreichen?

Kalkputze, wie auch Kalkzement- und Zementputze schwinden im Prozess der Austrocknung, d. h. sie ziehen sich etwas zusammen. Dadurch entsteht eine Spannung in der Putzschicht sowie zwischen Putz und Untergrund. 

Die meisten Grundierungen, wie zum Beispiel der Baumit Tiefengrund oder Betonkontakt sind auf Kunststoffbasis hergestellt. Nach dem Streichen trocknen diese eher glatt ab und bieten dem Putz nur unzureichende  Untergrundhaftung. Gleichzeitig erreicht eine übliche Grundierung nicht die erforderliche Eigenfestigkeit, um die auftretenden Spannungen durch den Putz aufzunehmen. Die Folge wären Risse und Ablösungen des Putzes vom Untergrund. 

Aus diesem Grund wird auf diesen Untergründen eine Haftspachtelung mit einem Kalkzementspachtel vorgegeben.


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