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Lehmputz verarbeiten

So verarbeiten Sie Lehmputz richtig

So verarbeiten Sie Lehmputz richtig

Mittel

Ca. 15 bis 25 Minuten pro m² (ohne Trocknungs- und Standzeiten)

Checkliste

Werkzeug

  • Mörtelkübel
  • Quast
  • Straßenbesen
  • Filzbrett weiß
  • Sprühflasche
  • Elektrisches Rührwerk
  • Baumit empfiehlt den Einsatz von professionellen Werkzeugen wie dem Collomix Xo 4 mit 2-Gang Rührwerk und 1300 Watt für bis zu einer Mischmenge von 65 Liter. Mit dieser Qualität Made in Germany arbeiten auch unsere Vorführmeister.

  • Filzbrett orange
  • Der Schwamm der Filzscheibe orange ist etwas gröber und eignet sich besonders gut für das Abfilzen von Grundputzen wie Kalkzement- oder Zementputzen im Außenbereich sowie für Gipsputze im Innenbereich. Für feinere Oberflächen, wie dem Kalkin Kalkputz weiß oder dem Haftputz ist das Filzbrett mit weißen, feinerem Schwamm zu empfehlen.

  • Gitterrabot
  • Fassadenspachtel
  • Den Fassadenspachtel gibt es in verschiedenen Breiten. In der Regel zwischen 30 und 50 cm. Damit lassen sich Flächen an Wänden und Decken leicht anglätten. Für einen lange Nutzungsdauer sollte die Spachtel sorgsam gesäubert und behandelt werden. Nur mit einer geraden Abzugskante lassen sich perfekte Ergebnisse erzielen.

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  • Glättkelle (rostfrei)

Der Untergrund muss fest, tragfähig und frei von Schmutz und Staub sein. Die zu verputzende Fläche muss gleichmäßig ausgetrocknet sein. Betonflächen (max. Betonfeuchte 3 Gew.-%) und andere glatte, nicht saugfähige Untergründe mit einem geeigneten Haftvermittler, z. B. Baumit Betonkontakt, vorbehandeln. Besonders glatte Flächen vorher gut aufrauen. Filmbildende Trennmittel sind unbedingt zu entfernen.

Die Umgebungs- und Untergrundtemperatur darf während der Arbeiten +5 °C nicht unterschreiten bzw. + 30 °C nicht überschreiten. In den ersten Trocknungstagen ist die Fläche vor Frost zu schützen.  

Die Hinweise aus den Technischen Merkblättern sind ergänzend zu berücksichtigen.

 

1. Saugende Untergründe anfeuchten

Stark saugende Untergründe sollten vor dem Auftragen, zum Beispiel mit einem Drucksprüher, leicht angefeuchtet werden. 

2. Lehmhaftschlämme auftragen

Mischen Sie die Lehmhaftschlämme, wie in den Angaben auf dem Gebinde bzw. dem Technischen Merkblatt zu lesen, in einer joghurtartigen Konsistenz an. Mit einem Quast tragen Sie die angemischte Lehmhaftschlämme auf den vorbereiteten Untergrund auf. Die Auftragsdicke der Grundierschicht beträgt in der Regel 1 - 2 mm, ist aber stark von der Saugfähigkeit und Beschaffenheit des Untergrundes abhängig. Je nach Saugfähigkeit des Untergrundes muss man ein- oder mehrmals vorstreichen. 

3. Lehmputz und Wasser in Mörtelkübel geben

Zum Anmischen geben Sie sauberes Wasser sowie Putzmaterial in einen sauberen Mörtelkübel. Die benötigte Wassermenge entnehmen Sie dem Technischen Merkblatt bzw. den Angaben auf dem Sackgebinde. Keine anderen Materialien beigeben.  

4. Lehmputz anrühren

Besonders bei großen Mengen empfiehlt sich der Einsatz eines elektrischen Rührwerkes für das Anmischen den Putzmaterials. Mischen Sie das Material solange durch, bis eine homogene, knötchenfreie Putzmasse entsteht.

5. Lehmputz auftragen

Tragen Sie den frischen Lehmputz mit einer rostfreien Glättkelle auf den vorbereiteten Untergrund auf. Die zuvor aufgetragene Lehmhaftschlämme muss hierbei noch matt feucht sein. Sollte die Lehmhaftschlämme bereits angetrocknet sein, ist diese nochmals anzufeuchten. Die Mindestputzdicke beträgt bei Verarbeitung als Unterputz 10 mm, bei der Verwendung als Oberputz 5 mm. Bei Gesamtputzdicken von mehr als 10 mm und anderen ungünstigen Umständen ist mehrlagig zu arbeiten, wobei eine ausreichende Standzeit des Unterputzes (pro 1 mm Putzdicke mind. 1-2 Tage, je nach Luftfeuchtigkeit) bis zur völligen Trocknung einzuhalten ist.

6. Lehmputz sauber abziehen

Im Anschluss wird der frische Lehmputz mit einer Kartätsche lot- und fluchtgerecht abgezogen. Hier können zuvor gesetzte Schnellputzleisten eine große Hilfe sein.

7. Lehmputz aufrauen

Um die Haftung der zweiten Lage zu verbessern wird der frische Putz mit einem Straßenbesen o.ä. an der Oberfläche aufgeraut. Vor dem Auftragen der zweiten Lage muss die erste Putzlage komplett durchtrocknen. Lehmputz trocknet in der Regel ca. 2 Tage pro Millimeter Putzdicke. Achten Sie auf eine ausreichende Lüftung während der Trocknungszeit.

8. Lehmputz abfilzen

Nachdem der Lehmputz oberflächlich angezogen hat, kann man die Oberfläche mit einem Filzbrett orange oder Filzbrett weiss filzen und damit fertig stellen. Prüfen Sie die Oberfläche mit Daumendruck. Sollte der Putz nicht mehr nachgeben, kann mit den Filzarbeiten begonnen werden. Dafür die Oberfläche leicht anfeuchten und mit einem Filzbrett die Oberfläche mit kreisenden Bewegungen abfilzen. Dabei soll eine gleichmäßige, kantenlose Oberfläche entstehen. Sollte der Putz dabei schmieren, ist er noch zu Feucht und benötigt noch etwas Trocknungszeit. Beim Filzen werden Sandkörner an die Oberfläche geholt, welche nach dem Abtrocknen von der Putzfläche abzukehren sind.

9. Lehmputzfestiger

1 Teil VitonFestiger wird mit mindestens 2 Teilen Wasser verdünnt. Keine anderen Materialien zumischen. Vor der Verarbeitung gründlich aufrühren. Der Untergrund muss vollständig abgetrocknet bzw. abgebunden sein. VitonFestiger wird nur durch Sprühen (feinvernebelnden Sprühstrahl einstellen) vollflächig auftragen. Die Lehmputzoberfläche darf keinesfalls satt getränkt oder geflutet werden, da sonst Verfärbungen, Glanzbildung oder zu hohe Festigkeiten entstehen können.


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Fragen und Antworten

Können Gipskartonplatten / Holzverlegeplatten (OSB) mit Kalkputz verputzt werden?

Vom Verputzen von Gipskarton und Holzverlegeplatten (OSB, P3) mit Kalkputz möchten wir dringend abraten! Ein Kalkputz ist ein starres Putzsystem, d.h. nach der Aushärtung kann es keine Bewegungen aus dem Untergrund mehr aufnehmen. Durch ein Durchbiegen der Bauplatten kann es zur Rissbildung kommen. Im Extremfall kann sich die Putzschicht von der Platte lösen.


Warum sind bei schwach bzw. nicht saugenden Untergründen Untergrundvorbereitungen erforderlich?

Mineralische Putze, wie Kalkzement-, Zement- oder auch Kalkputze werden mit Wasser entsprechend den Herstellerangaben angerührt, um Sie für die Verarbeitung vorzubereiten. Für bessere Verarbeitungseigenschaften wird dabei das Putzmaterial mit mehr Wasser angerührt als später im Putz für die Reaktion der Erhärtung benötigt wird. D. h. überschüssiges Wasser verdunstet während der Abtrocknung nach außen oder wird vom Mauerwerk aufgenommen und verdunstet später durch die Putzschicht hindurch. Bei nicht oder schwach saugenden Untergründen wird diese Feuchtigkeit nur in sehr kleinen Mengen oder gar nicht vom Untergrund aufgenommen. Dadurch kann sich der Putz nur ungenügend mit dem Untergrund verkrallen. Die Folge sind Haftungsprobleme, die zur Ablösung des Putzes führen können. Es ist sogar möglich, dass der frische Putz ohne Untergrundvorbereitung vom Untergrund abrutscht.


Warum wird vor dem Auftrag von Kalkputz auf glatten Untergründen, eine Haftspachtelung benötigt? Kann man nicht einfach eine Grundierung aufstreichen?

Kalkputze, wie auch Kalkzement- und Zementputze schwinden im Prozess der Austrocknung, d. h. sie ziehen sich etwas zusammen. Dadurch entsteht eine Spannung in der Putzschicht sowie zwischen Putz und Untergrund. 

Die meisten Grundierungen, wie zum Beispiel der Baumit Tiefengrund oder Betonkontakt sind auf Kunststoffbasis hergestellt. Nach dem Streichen trocknen diese eher glatt ab und bieten dem Putz nur unzureichende  Untergrundhaftung. Gleichzeitig erreicht eine übliche Grundierung nicht die erforderliche Eigenfestigkeit, um die auftretenden Spannungen durch den Putz aufzunehmen. Die Folge wären Risse und Ablösungen des Putzes vom Untergrund. 

Aus diesem Grund wird auf diesen Untergründen eine Haftspachtelung mit einem Kalkzementspachtel vorgegeben.


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