baumit-selbermachen.de

Baumit baumit-selbermachen.de

Kalkin Kalkputz verarbeiten

So verarbeiten Sie Kalkputz richtig

So verarbeiten Sie Kalkputz richtig

Einfach

Ca. 5 - 15 Minuten / m² pro Arbeitsgang (ohne Trocknungszeit)

Checkliste

Werkzeug

Der Untergrund muss fest, tragfähig und frei von Schmutz und Staub sein. Die zu verputzende Fläche muss gleichmäßig ausgetrocknet sein. Betonflächen (max. Betonfeuchte 3 Gew.-%) und andere glatte, nicht saugfähige Untergründe mit einem geeigneten Haftvermittler, z. B. Baumit Betonkontakt, vorbehandeln. Besonders glatte Flächen vorher gut aufrauen. Filmbildende Trennmittel sind unbedingt zu entfernen.

Die Umgebungs- und Untergrundtemperatur darf während der Arbeiten +5 °C nicht unterschreiten bzw. + 30 °C nicht überschreiten. In den ersten Trocknungstagen ist die Fläche vor Frost zu schützen.  

Die Hinweise aus den Technischen Merkblättern sind ergänzend zu berücksichtigen. 
 

1. Kalkputz und Wasser in Mörtelkübel geben

Zum Anmischen geben Sie sauberes Wasser sowie Putzmaterial in einen sauberen Mörtelkübel. Die benötigte Wassermenge entnehmen Sie dem Technischen Merkblatt bzw. den Angaben auf dem Sackgebinde. Keine anderen Materialien beigeben.

2. Kalkputz anrühren

Besonders bei großen Mengen empfiehlt sich der Einsatz eines elektrischen Ruehrwerkes für das Anmischen den Putzmaterials. Mischen Sie das Material solange durch, bis eine homogene, knötchenfreie Putzmasse entsteht. 

3. Kalkputz auftragen

Kalkputz wird in der Regel in zwei Lagen aufgetragen (Unterputz und Oberputz). Tragen Sie den frischen Kalkputz mit einer rostfreien Glaettkelle auf den vorbereiteten Untergrund auf. Die Mindestputzdicke beträgt bei Verarbeitung als Unterputz 10 mm und maximal 15 mm. Bei größeren Putzstärken ist eine weitere Putzlage erforderlich.

4. Kalkputz sauber abziehen

Im Anschluss wird der frische Kalkputz mit einer Kartätsche lot- und fluchtgerecht abgezogen. Hier können zuvor gesetzte Schnellputzleisten eine große Hilfe sein.

5. Kalkputz aufrauen

Wenn der Oberputz aus dem gleichen Material ausgeführt werden soll, wird der leicht angezogene Unterputz mit einem Strassenbesen o.ä. oberflächlich aufgeraut. Dies verbessert die spätere Haftung des Oberputzes. Vor dem Auftragen der zweiten Lage muss die erste Putzlage komplett durchtrocknen. Kalkputz trocknet in der Regel ca. 1 Tag pro Millimeter Putzdicke. Achten Sie auf eine ausreichende Lüftung während der Trocknungszeit.

6. Kalkputz rabottieren

Wenn Sie als Oberputz einen Dekorputz (z. B. Scheibenputz, Edelweiß Structo, o. ä.) einsetzen möchten, wird der Grundputz im Anschluss rabottiert. Dafür warten Sie bis der Grundputz oberflächlich angezogen ist, was je nach Umgebungstemperatur 3-5 Stunden dauern kann. Mit einem Gitterrabot wird nun die Oberfläche rabottiert. Dabei werden Kanten und Stöße beseitigt und die Putzfläche ebenmäßig aufgeraut.

7. Kalkputz als Oberputz (2. Lage) aufziehen

Wenn Sie sich für den Baumit Kalkputz als Oberputz entschieden haben, wird die 2. Putzlage nach dem kompletten Abtrocknen des Unterputzes mit einer rostfreien Glaettkelle aufgetragen. Die Putzschichtdicke sollte eine Dicke von 3-5 mm betragen. 

8. Kalkputz abfilzen

Nachdem der Kalkputz oberflächlich angezogen hat, kann man die Oberfläche mit einem Filzbrett orange oder Filzbrett weiss filzen und damit fertig stellen. Prüfen Sie die Oberfläche mit Daumendruck. Sollte der Putz nicht mehr nachgeben, kann mit den Filzarbeiten begonnen werden. Dafür die Oberfläche leicht anfeuchten und mit einem Filzbrett  die Oberfläche mit kreisenden Bewegungen abfilzen. Dabei soll eine gleichmäßige, kantenlose Oberfläche entstehen. Sollte der Putz dabei schmieren, ist er noch zu Feucht und benötigt noch etwas Trocknungszeit.


als PDF downloaden

Fragen und Antworten

Können Gipskartonplatten / Holzverlegeplatten (OSB) mit Kalkputz verputzt werden?

Vom Verputzen von Gipskarton und Holzverlegeplatten (OSB, P3) mit Kalkputz möchten wir dringend abraten! Ein Kalkputz ist ein starres Putzsystem, d.h. nach der Aushärtung kann es keine Bewegungen aus dem Untergrund mehr aufnehmen. Durch ein Durchbiegen der Bauplatten kann es zur Rissbildung kommen. Im Extremfall kann sich die Putzschicht von der Platte lösen.


Warum sind bei schwach bzw. nicht saugenden Untergründen Untergrundvorbereitungen erforderlich?

Mineralische Putze, wie Kalkzement-, Zement- oder auch Kalkputze werden mit Wasser entsprechend den Herstellerangaben angerührt, um Sie für die Verarbeitung vorzubereiten. Für bessere Verarbeitungseigenschaften wird dabei das Putzmaterial mit mehr Wasser angerührt als später im Putz für die Reaktion der Erhärtung benötigt wird. D. h. überschüssiges Wasser verdunstet während der Abtrocknung nach außen oder wird vom Mauerwerk aufgenommen und verdunstet später durch die Putzschicht hindurch. Bei nicht oder schwach saugenden Untergründen wird diese Feuchtigkeit nur in sehr kleinen Mengen oder gar nicht vom Untergrund aufgenommen. Dadurch kann sich der Putz nur ungenügend mit dem Untergrund verkrallen. Die Folge sind Haftungsprobleme, die zur Ablösung des Putzes führen können. Es ist sogar möglich, dass der frische Putz ohne Untergrundvorbereitung vom Untergrund abrutscht.


Warum wird vor dem Auftrag von Kalkputz auf glatten Untergründen, eine Haftspachtelung benötigt? Kann man nicht einfach eine Grundierung aufstreichen?

Kalkputze, wie auch Kalkzement- und Zementputze schwinden im Prozess der Austrocknung, d. h. sie ziehen sich etwas zusammen. Dadurch entsteht eine Spannung in der Putzschicht sowie zwischen Putz und Untergrund. 

Die meisten Grundierungen, wie zum Beispiel der Baumit Tiefengrund oder Betonkontakt sind auf Kunststoffbasis hergestellt. Nach dem Streichen trocknen diese eher glatt ab und bieten dem Putz nur unzureichende  Untergrundhaftung. Gleichzeitig erreicht eine übliche Grundierung nicht die erforderliche Eigenfestigkeit, um die auftretenden Spannungen durch den Putz aufzunehmen. Die Folge wären Risse und Ablösungen des Putzes vom Untergrund. 

Aus diesem Grund wird auf diesen Untergründen eine Haftspachtelung mit einem Kalkzementspachtel vorgegeben.


Frage stellen

Verwandte Anleitungen